Die Union deutscher Verbraucher (UDV) hat das Ergebnis einer Untersuchung zur Hygiene in Deutschland vorgestellt.
Das Ergebnis erstaunt: zwar liegen deutsche Haushalte im Bereich der sichtbaren Sauberkeit auf einem der vorderen Plätze im Vergleich zu anderen europäischen Nationen. Jedoch fehlt es einer großen Zahl von Verbrauchern an einem realistischen Verständnis von Hygiene im engeren Sinn.
Die Vermeidung von Infektionen durch korrektes Händewaschen ist demnach ebenso ein Fiasko wie hygienisch einwandfreies Putzen. „Nicht alles, was glänzt, ist auch hygienisch“, betont Dr. Achim Fischer.
Ein besonders heikles Gebiet sei die Küchenhygiene, die in Deutschland „unterirdisch schlecht“ sei. Die Haltung „Was Dich nicht umbringt, macht Dich nur härter“, gelte noch immer und verursache zehntausende Magen-Darm-Grippen und andere Infektionen pro Jahr. Der volkswirtschaftliche Schaden sei enorm.
Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt:
„Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 100.000 Erkrankungen gemeldet, die durch das Vorkommen von Mikroorganismen (insbesondere Bakterien, Viren oder Parasiten) in Lebensmitteln verursacht worden sein können; die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen. Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher die Regeln der Küchenhygiene einhalten, können sie sich und andere Personen vor lebensmittelbedingten Erkrankungen durch Mikroorganismen in Lebensmitteln schützen. Dies gilt auch für Lebensmittel, die mit antibiotikaresistenten Keimen belastet sind.“
Das BfR hat auf dieser Seite Informationsmaterialien zusammengestellt, die einfache Tipps zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen enthalten.
Wichtigste Faustregeln der Küchenhygiene:
Kreuzkontamination vermeiden
Unter Kreuzkontamination versteht man, dass Keime von einem Lebensmittel auf andere Lebensmittel übertragen werden. Dies kann durch direkten Kontakt (z.B. rohes Fleisch berührt andere Lebensmittel, die nicht mehr erhitzt werden) oder indirekten Kontakt passieren wie die Übertragung durch Hände, Arbeitsflächen, Messer oder andere Küchenutensilien.
Abtöten durch richtiges Erhitzen
Bei richtig erhitzten Speisen mit einer Kerntemperatur von 70 °C für zwei Minuten werden die meisten Keime abgetötet.
Unsere Tipps in Kürze:
Folgende Verbrauchertipps zur Küchenhygiene schützen Sie vor Lebensmittelinfektionen:
* Um eine Kreuzkontamination zu vermeiden, zwischen den Arbeitsschritten gründliches Reinigen der Arbeitsflächen und Hände
* Gut durchgaren, mindestens 70 °C für 2 Minuten im Inneren des Lebensmittels (hilfreich kann ein Fleischthermometer sein)
* Gründliches Händewaschen mit Seife, auch zwischen den Fingern und unter den Fingernägeln
* Kühlkette einhalten und Lebensmittel im Kühlschrank bei 2-5 °C aufbewahren; Fleisch und Fisch im kältesten Fach lagern (meistens ist dies das Fach oberhalb des Gemüsefachs)
* Kleine Kinder, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten rohe vom Tier stammende Lebensmittel wie Hackepeter, Rohmilchkäse, Speisen mit rohem Ei oder Räucherlachs sowie rohe Sprossen und aufgetaute tiefgekühlte Beeren meiden, es sei denn, die Produkte wurden vor dem Verzehr vollständig durchgegart
* Salate, Kräuter, Gemüse und Obst für Rohkost gründlich waschen, um Keime zu entfernen
* Beim Grillen, Picknick oder Gartenfesten leicht verderbliche Speisen kühl aufbewahren
* Speisen bei über 65 °C heiß halten oder innerhalb weniger Stunden auf unter 7 °C abkühlen. So können sich überlebende Keime nicht vermehren
* Küchenhandtücher, -lappen und -schwämme alle paar Tage in die Wäsche geben bzw. wechseln
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