Hannover – Erste Anzeichen einer Leberentzündung werden oft für einen grippalen Infekt gehalten. Denn eine entzündete Leber bereitet in der Regel zunächst keine Schmerzen. Deshalb leiden viele an chronischer Hepatits – und wissen es einfach nicht. Ein erstes Warnsignal können erhöhte Leberwerte bei einer Routineuntersuchung sein. Doch ein solcher Befund wird häufig unterschätzt. Das ist gefährlich, denn unbehandelt können Lebererkrankungen zu einer Leberzirrhose oder zum Leberzellkrebs führen. So weit muss es aber nicht kommen. Je früher die Infektion entdeckt wird, desto besser.
Hepatitis ist eine Entzündung der Leber. Weil bei den Betroffenen mitunter die Haut oder der weiße Teil der Augen gelb gefärbt ist, wird die Erkrankung gelegentlich auch Gelbsucht genannt. «Bei einer
Hepatitis sind Leberzellen geschädigt oder zerstört», sagt Markus Cornberg, medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Leberstiftung.
Übermäßiger Alkoholgenuss kann die Leber schädigen. «Aber auch zu viel Fett oder bestimmte Arzneimittel können eine Rolle spielen», sagt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Vorerkrankungen wie etwa Diabetes, Krebs- oder Stoffwechselerkrankungen haben unter Umständen ebenfalls einen leberschädigenden Einfluss. Zur Risikogruppe gehören außerdem Drogenabhängige sowie Frauen und Männer, die sexuellen Kontakt mit häufig wechselnden Partnern haben oder in der letzten Zeit eine Bluttransfusion bekommen haben.
Hepatitis A gehört zu den typischen Reisekrankheiten. Risikofaktoren sind belastetes Trinkwasser und verunreinigte Lebensmittel wie etwa Muscheln und Austern oder mit Fäkalien gedüngtes Gemüse. Das Hepatitis-A-Virus wird über den Darm ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt daher vor allem über den virushaltigen Kot. Vor Reisen etwa in die Tropen sollte man sich impfen lassen, sagt Mediziner Thomas Harder vom Robert Koch-Institut in Berlin.
Hepatitis B wird etwa bei Sexualkontakten übertragen. Auch der Kontakt mit infiziertem Blut kann Hepatitis B auslösen. Gegen Hepatitis B gibt es Impfstoffe. «Alle Säuglinge ab dem Alter von zwei Monaten und Kleinkinder beziehungsweise noch nicht geimpfte Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr sollten sich impfen lassen», rät Harder. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen.
Hepatitis C wird in aller Regel durch Blut übertragen. Eine Impfung gibt es nicht. Durch neue Kombinationstherapien verschiedener antiviraler Medikamente sind nach Angaben von Cornberg Heilungsraten von 90 bis 100 Prozent möglich. «Die Kosten belaufen sich aktuell auf circa 50 000 bis 60 000 Euro pro Behandlung», sagt er. Für die Kosten kommen die gesetzlichen Krankenkassen auf.
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