Köln – Wem die Sport-Klassiker wie Laufen oder Radfahren zu langweilig sind, hat gerade im Sommer viele andere Möglichkeiten. Beim Slacklining schult man nicht nur die Motorik. «Die Muskulatur ist sehr gefordert, weil das Seil nie ruhig hängt. Das auszugleichen, ist sehr anstrengend», erklärt Trainingswissenschaftler Markus de Marées von der Sporthochschule Köln.

Anfänger sollten die Slackline zu Beginn nicht höher als 30 bis 40 Zentimeter spannen. Üben kann man praktisch überall, wo zwei Bäume stehen. Der große Vorteil: «Man kann sich mit anderen zusammentun und so etwas Bewegung mit gemütlichem Beisammensitzen kombinieren», sagt Sportpsychologe Thomas Ritthaler.

Wer mal die Perspektive ändern will, für den ist Boot fahren eine Option. Wer es ausprobieren will, sollte auf jeden Fall schwimmen können, sagt Prof. Herbert Löllgen, Ehrenpräsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). Und wer Probleme mit dem Nacken oder Rücken hat, wählt besser kein Ruderboot. «Man sieht nicht, wohin man fährt, weil man gegen die Fahrtrichtung sitzt und muss sich oft umschauen», sagt de Marées. Besser geeignet sei dann das Kajak. Ein bisschen Gleichgewichtssinn braucht man, und Blasen an den Händen sollte man auch nicht unbedingt fürchten. Aber dann kann es losgehen, und man genießt den etwas anderen Blick vom Wasser aufs Ufer.

Ob mit den Kindern, Freunden oder mit dem Hund: Frisbee kann man in ziemlich vielen Lebenslagen spielen, sagt Löllgen. Wer nicht nur die Frisbee hin und her werfen will, kann auch ein paar sportbegeisterte Freunde zusammentrommeln und es mit Ultimate Frisbee probieren. Das ist ein ziemlich schneller Mannschaftssport. Ziel ist, möglichst oft die von einem Mitspieler geworfene Scheibe am Ende des Feldes auf der Gegnerseite zu fangen. «Das ist nichts für Anfänger, dafür muss man schon zielgenau werfen können und fit sein», sagt de Marées.

Auch Klettern ist gerade für den Sommer eine Möglichkeit. Das sollte man zunächst in einem Kurs, gegebenenfalls in der Halle, lernen, bevor man es auf eigene Faust probiert, betont Löllgen. Neben Vorbereitung braucht man eine Ausrüstung und einen Kletter-Partner, dem man vertraut, ergänzt de Marées. Denn man sichert sich gegenseitig. Anfänger sollten daher mit einem erfahrenen Partner klettern – der macht auch besser den Vorstieg – also den ersten Weg nach oben, bei dem die Sicherungsseile angebracht werden. Dann kann der noch nicht so erfahrene Kletterer gesichert nachkommen. «Gerade in Klettergärten oder an Felsen mit festen Haken ist der Sport dann lange nicht so gefährlich, wie man denkt», sagt de Marées.

Oder man probiert es mit Skiken. Das ist ein bisschen wie Inlinern mit Stöcken oder Langlauf auf Rädern. Durch die großen Rollen kann man sowohl auf asphaltierten Straßen aber auch im Gelände fahren, erklärt de Marées. Wer es ausprobieren will, braucht einen guten Gleichgewichtssinn sowie Helm, Knie- und Ellenbogenschützer. Denn gerade auf Asphalt kann man ordentlich Tempo draufkriegen. Zur Vorbereitung auf das Skiken empfiehlt Löllgen Krafttraining der Beine und Gleichgewichtsübungen: Kniebeugen auf einem Bein zum Beispiel.

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