Erkältungswelle zum Schulstart: So bleiben Kinder vor Erkältungen geschützt
Kaum beginnt das neue Schuljahr, häufen sich in vielen Familien auch schon die ersten Schnupfnasen. Das ist kein Zufall: Mit dem Schulstart ändern sich Tagesrhythmus und soziale Kontakte schlagartig, und in Klassenräumen sowie auf dem Pausenhof treffen täglich viele Kinder auf engem Raum aufeinander. Das sind ideale Bedingungen für die Verbreitung von Erkältungsviren.
Warum jetzt wieder mehr Kinder krank werden
Nach den Sommerferien treffen Kinder aus unterschiedlichen Haushalten und Regionen wieder regelmäßig aufeinander, oft in geschlossenen Räumen mit wechselnden Temperaturen zwischen drinnen und draußen. Diese Kombination begünstigt akute Atemwegserkrankungen (ARE), die in Kitas und Schulen typischerweise im Herbst wieder zunehmen. Für die meisten Kinder sind die Infekte harmlos, sie kosten aber Kraft – und sorgen bei Eltern regelmäßig für die Frage, wie sie vorbeugen können und wann ein krankes Kind zuhause bleiben sollte.
Immunsystem stärken – was wirklich hilft
Ausreichend Schlaf gilt als eine der wirksamsten Stellschrauben. Je nach Alter benötigen Kinder zwischen neun und dreizehn Stunden Schlaf, abends sollte auf Bildschirmzeit möglichst verzichtet werden. Hinzu kommen eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, ausreichend Flüssigkeit sowie täglich mindestens eine Stunde Bewegung an der frischen Luft. Letzteres gilt als besonders effektiv für die Abwehrkräfte.
Bei der Hygiene empfehlen Fachleute Augenmaß: Regelmäßiges Händewaschen ist sinnvoll, doch übertriebenes Desinfizieren ist es nicht. Kinder dürfen und sollen weiterhin im Schlamm und Dreck spielen, da der Kontakt mit Keimen das Immunsystem trainiert. Auch Stressabbau durch Ruhephasen und altersgerechte Entspannung spielen eine Rolle, da anhaltender Stress die Abwehrkräfte schwächen kann. Da es gegen die meisten Erkältungsviren keine ursächliche Behandlung gibt, bleibt Vorbeugung die wirksamste Strategie.
Grippeimpfung für Kinder – wann ist sie sinnvoll?
Anders als etwa in den USA oder Großbritannien empfiehlt die STIKO die Grippeimpfung in Deutschland nicht generell für gesunde Kinder ohne Vorerkrankung. Für Kinder mit erhöhtem Risiko oder auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern ist der quadrivalente Totimpfstoff erste Wahl. Werden Kinder unter neun Jahren erstmals geimpft, erhalten sie zwei Impfdosen im Abstand von vier Wochen. Die aktuellen STIKO-Empfehlungen für 2026 wurden im Januar im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht und sollten im Zweifel mit der Kinderarztpraxis besprochen werden.
Erkältet in die Schule? Worauf Eltern achten sollten
Bei einer akuten Erkältung unterstützen Ruhe und körperliche Schonung die Genesung. Wird ein Infekt nicht richtig auskuriert, drohen Rückfälle oder eine sogenannte Superinfektion im Nasen- und Rachenraum, bei der sich zur viralen Erkältung zusätzlich eine bakterielle Infektion gesellt. Als Faustregel gilt daher: Erst wieder in die Schule, wenn das Kind fieberfrei ist und sich wieder fit genug für einen normalen Schultag fühlt – im Zweifel gibt die Kinderarztpraxis Orientierung.
