Zeitumstellung: Warum uns die „geschenkte" Stunde müde machen kann
In der Nacht auf Sonntag, den 25. Oktober 2026, werden die Uhren von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Auf dem Papier bekommen wir eine Stunde Schlaf geschenkt. Trotzdem fühlen sich viele Menschen in den Tagen danach müde, unkonzentriert oder gereizt. Das liegt nicht an Einbildung, sondern an der inneren Uhr.
Die innere Uhr richtet sich nach dem Licht
Unser Körper folgt einem ungefähr 24-stündigen Rhythmus, der Schlafen und Wachsein, Körpertemperatur, Hormone und Verdauung steuert. Dieser Rhythmus orientiert sich nicht an der Uhrzeit, sondern vor allem am Tageslicht. Verschiebt sich die Uhrzeit, wird plötzlich alles um eine Stunde verschoben, nur der Körper bleibt zunächst in seinem alten Takt. Wer sonst um 7 Uhr aufsteht, steht jetzt biologisch zu einer anderen Tagesphase auf.
Fachleute sprechen deshalb von einem „Mini-Jetlag". Mögliche Folgen sind Müdigkeit am Morgen, Einschlafprobleme, Konzentrationsschwäche, Stimmungsschwankungen und Verdauungsbeschwerden. Meist lässt das nach einigen Tagen nach.
Mehr Schlaf? Nicht automatisch
Die zusätzliche Stunde bringt nur dann etwas, wenn man sie auch zum Schlafen nutzt. Wer am Samstagabend einfach eine Stunde länger wach bleibt, hat am Ende nichts gewonnen. Besser ist es, die gewohnte Schlafenszeit nach der neuen Uhr beizubehalten.
Mehr Dämmerung im Berufsverkehr
Mit der Winterzeit wird es abends früher dunkel. Der Berufsverkehr fällt dadurch wieder stärker in die Dämmerung, in der auch Wildtiere aktiv sind. Im Jahr 2024 meldeten deutsche Versicherer rund 276.000 Wildunfälle. Wer müde ist, reagiert langsamer. Deshalb gilt in den ersten Tagen nach der Umstellung besondere Vorsicht im Straßenverkehr.
Fünf einfache Tipps für einen sanften Übergang
- Gehen Sie morgens früh nach draußen. Tageslicht ist der wichtigste Taktgeber für die innere Uhr und hilft ihr, sich neu einzustellen, auch bei bewölktem Himmel.
- Halten Sie regelmäßige Schlaf- und Aufstehzeiten ein, auch am Wochenende.
- Verschieben Sie die Schlafenszeit schon einige Tage vor der Umstellung in kleinen Schritten, etwa um 10 bis 15 Minuten pro Tag.
- Meiden Sie abends helle Bildschirme und schweres Essen.
- Planen Sie am Sonntag und Montag etwas Ruhe ein und verzichten Sie auf wichtige Termine oder große Entscheidungen.
Gibt es eine Dauerlösung?
Schlafforscher halten die Normalzeit, also die Winterzeit, für die bessere Variante für den Biorhythmus. Das Europäische Parlament hat sich 2019 mehrheitlich für die Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen, die Entscheidung wurde aber vertagt. Bis auf Weiteres gilt also: Zweimal im Jahr Uhren stellen.
Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten
Wenn die Müdigkeit, die Schlafprobleme oder die gedrückte Stimmung länger als zwei bis drei Wochen anhalten, sollte man dies mit der Hausärztin oder dem Hausarzt besprechen. Auch dauerhafte Schlafstörungen haben meist andere Ursachen als die Zeitumstellung.
Redaktioneller Hinweis: Wenn Sie mehr zum Thema Schlaf wissen möchten, empfehlen wir Ihnen unsere Serie "Ausgeschlafen"
Quellen
- echo24: Zeitumstellung am 25. Oktober 2026 – Warum die Extra-Stunde Schlaf stressen kann – https://www.echo24.de/verbraucher/zeitumstellung-am-25-oktober-2026-warum-die-extra-stunde-schlaf-stressen-kann-94505972.html
- web.de: Winterzeit 2026 – Wann ist Zeitumstellung? – https://web.de/magazine/wissen/zeitumstellung/beginnt-winterzeit-2026-infos-zeitumstellung-31011104
- Berliner Zeitung: Zeitumstellung 2026 – https://www.berliner-zeitung.de/article/zeitumstellung-2026-uhr-vor-oder-zurueck-an-diesem-sonntag-im-oktober-beginnt-die-winterzeit-10432780
