Biologisches Altern: Gesunde Ernährung wirkt – doch die eine „beste Diät“ gibt es nicht
Mittelmeerdiät, DASH, pflanzenbasiert oder nordische Kost: Wer im Internet nach der „besten“ Ernährungsform für ein langes, gesundes Leben sucht, findet unzählige, oft widersprüchliche Ratschläge. Eine aktuelle Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) liefert nun eine überraschend klare Antwort: Es kommt weniger auf die eine „perfekte“ Diät an als auf die grundsätzliche Qualität der Ernährung – und die lässt sich auf ganz unterschiedliche Weise erreichen.
Große Datenbasis: Über 6.400 Teilnehmende untersucht
Das Forschungsteam um Prof. Monique Breteler wertete für die Hauptanalyse Daten von 6.470 Erwachsenen aus der Bonner Rheinland Studie aus. Die Ergebnisse wurden anschließend an 1.034 Teilnehmenden der EPIC-Potsdam-Kohorte überprüft und bestätigt. Untersucht wurden insgesamt zehn verschiedene, wissenschaftlich anerkannte Ernährungsindizes – darunter die Mittelmeerdiät, die DASH-Diät (gegen Bluthochdruck), nordische Ernährungsmuster, pflanzenbasierte Kostformen sowie der planetary-health-orientierte EAT-Lancet-Score.
Wie misst man biologisches Altern überhaupt?
Statt sich auf das kalendarische Alter zu verlassen, nutzten die Forschenden die DNA-Methylierung als Maßstab: An rund 850.000 Stellen im Erbgut wurden chemische Markierungen analysiert, die sich im Lauf des Lebens verändern. Aus diesen Mustern lassen sich sogenannte „epigenetische Uhren“ berechnen, die das biologische Alter oder – im Fall des in dieser Studie zentralen Maßes „DunedinPACE“ – das aktuelle Tempo des Alterns abschätzen. Ein niedrigerer DunedinPACE-Wert steht für ein langsameres biologisches Altern.
Das Ergebnis: Viele Wege führen zum gleichen Ziel
Das zentrale Resultat der Studie: Je gesünder Teilnehmende sich gemäß eines der zehn Indizes ernährten, desto günstiger fiel ihr DunedinPACE-Wert aus – und zwar unabhängig davon, welchem der zehn Ernährungsmuster sie am ehesten folgten. Bemerkenswert ist zugleich, wie selten Menschen alle Kriterien gleichzeitig erfüllen: Von den 6.470 Teilnehmenden lagen lediglich 18 bei allen zehn Bewertungen gleichzeitig im gesündesten Viertel.
