Foto: Klaus-Dietmar Gabbert (dpa)
Düsseldorf – Die vermeintlich unschönen Zähne verstecken? Gar nicht so leicht, bei Verfärbungen oder schiefen Zähnen ewig den Mund geschlossen zu halten.
Das muss auch nicht sein: Der Zahnarzt kann zum Beispiel mit Veneers helfen. Ganz billig sind die aber nicht. Und Probleme können sie auch machen.
Das Wort «Veneer» kommt aus dem Englischen und heißt übersetzt verblenden. Veneers sind dünne Verschalungen für die Zähne. Damit lassen sich sowohl Farbe als auch Form von Zähnen verändern. «In aller Regel bestehen sie aus keramischen Werkstoffen», erläutert der Zahnmediziner Dietmar Oesterreich. Er ist Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer in Berlin. «Veneers können aber auch aus Kunststoff gefertigt werden», ergänzt Gregor Bornes von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD).
 
«Veneers werden vorrangig aus ästhetischen Gründen gewünscht», betont Oesterreich. Sie sollten vor allem dann in Betracht gezogen werden, wenn Zähne etwa wegen der Art der Verfärbung nicht mit Bleichmitteln behandelt werden können. «Veneers sollten dann verwendet werden, wenn die Zahnsubstanz noch nicht komplett zerstört und eine Krone noch nicht notwendig ist», empfiehlt Oesterreich.
 
Wer nachts mit den Zähnen knirscht, sollte von Veneers absehen. Gleiches gilt für jene, die beim Beißen zum Pressen neigen oder etwa an Bleistiften kauen. «Bei einem solchen Verhalten besteht die Gefahr, dass Veneers leicht wieder abgehebelt werden», warnt Bornes. Wer trotz Zähneknirschen nicht auf Veneers verzichten will, muss nachts eine Schiene tragen, wie Regina Behrendt von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf sagt.
Den Zähnen geht es an die Substanz – auch an die gesunde, wie Bornes sagt. Weil die Zähne beschliffen werden, damit sie mit einer speziellen Klebetechnik befestigt werden können. «Außerdem entstehen an den Kontaktstellen zwischen Zahn und Veneer Angriffsflächen für Bakterien, so dass Zahnerkrankungen folgen können», ergänzt Behrendt. Veneers müssen deshalb sehr sorgfältig gepflegt werden.
 
Die Kosten sind sehr unterschiedlich. «Sie hängen ab vom Material, Aufwand und vom Verdienstinteresse des Zahnarztes», erklärt Bornes. Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich nach Angaben von Oesterreich nur in Ausnahmefällen an den Kosten. «Bei einem Frontzahn kann ein Veneer bis zu 1000 Euro und mehr kosten», sagt Behrendt.
Veneers halten in der Regel zwischen fünf und zehn Jahre. Sie lassen sich später nicht ohne weiteres wieder entfernen. Sie müssen entweder durch ein neues Veneer oder eine Zahnkrone ersetzt werden.
Eine mögliche Alternative zu einem Veneer kann aus Sicht von Oesterreich etwa eine Zahnkrone sein. Sie sollte erst gemacht werden, wenn medizinische Gründe – etwa die Gefährdung des Zahnnervs – dafür sprechen. «Wenn es nur darum geht, die Zähne weißer zu machen, dann reicht unter Umständen das Bleichen, auch „Bleaching“ genannt, aus.»
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