Der milde Winter und die frühe Hitzewelle haben die Zeckensaison 2026 außergewöhnlich früh und heftig beginnen lassen. Bereits im Januar wurden erste Zeckenbisse dokumentiert, das Robert Koch-Institut hat zwei neue FSME-Risikogebiete ausgewiesen – und mit 710 gemeldeten FSME-Erkrankungen 2025 wurde der zweithöchste Wert seit Beginn der Erfassung erreicht. Was Sie jetzt über Schutz, Symptome und Impfung wissen sollten.

Eine Saison ohne echte Pause

Zecken werden bereits ab fünf bis sieben Grad Celsius aktiv. Durch die milden Winter der vergangenen Jahre kommen sie kaum noch zur Ruhe – Fachleute sprechen längst nicht mehr von einer reinen Frühjahrs- und Sommererscheinung. 2026 wurden erste Bisse bereits im Januar registriert. Mit der frühen Hitzewelle ab Juni ist die Aktivität zusätzlich gestiegen: Zecken lauern besonders bei feucht-warmer Witterung in hohem Gras, Gebüsch und an Waldrändern.

Neue Risikogebiete, mehr FSME-Fälle

Für 2026 hat das Robert Koch-Institut zwei neue FSME-Risikogebiete ausgewiesen: den Landkreis Nordsachsen und den Stadtkreis Halle (Saale). Damit gelten inzwischen 185 Kreise in Deutschland als FSME-Risikogebiet – Tendenz steigend. Der Schwerpunkt liegt weiterhin in Bayern und Baden-Württemberg, doch die Ausbreitung reicht zunehmend nach Hessen, Thüringen und Sachsen. 2025 wurden 710 FSME-Erkrankungen gemeldet – mehr als in jedem Jahr seit Beginn der Erfassung 2001, mit Ausnahme von 2020 (718 Fälle).

FSME oder Borreliose – zwei verschiedene Krankheiten

Beide werden durch Zeckenstiche übertragen, unterscheiden sich aber grundlegend. FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) wird durch ein Virus verursacht, gegen das es keine ursächliche Behandlung, aber eine wirksame Impfung gibt. Borreliose wird durch Bakterien (Borrelien) ausgelöst, lässt sich gut mit Antibiotika behandeln – eine Impfung existiert dagegen nicht. Deshalb gilt bei Borreliose: schnelles Erkennen und Entfernen der Zecke ist der wichtigste Schutz, da die Borrelien meist erst nach 12 bis 24 Stunden Saugzeit übertragen werden. FSME-Viren können dagegen bereits kurz nach dem Stich übergehen, weshalb hier die Impfung der entscheidende Schutzfaktor ist.

Zecke entdeckt – so handeln Sie richtig

Mit einer spitzen Pinzette oder Zeckenzange möglichst hautnah am Kopf der Zecke ansetzen, langsam und gerade herausziehen, dabei den Hinterleib nicht quetschen. Von Drehen, Öl, Klebstoff oder anderen Hausmitteln raten Fachleute ab, da sie das Infektionsrisiko eher erhöhen können. Nach dem Entfernen die Einstichstelle desinfizieren und das Datum notieren, um die Stelle in den folgenden Wochen beobachten zu können.

Warnzeichen erkennen

Typisches Frühzeichen einer Borreliose ist die sogenannte Wanderröte – eine ringförmige, sich ausbreitende Hautrötung, die meist 3 bis 30 Tage nach dem Stich auftritt, teils begleitet von grippeähnlichen Beschwerden, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Müdigkeit. Bei FSME zeigen sich zunächst ebenfalls grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit. Nach einer beschwerdefreien Phase kann in einem zweiten Schub eine Hirnhautentzündung mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit folgen – in diesem Fall sollte umgehend ärztliche Hilfe gesucht werden.

Schutz im Alltag

  • Helle, geschlossene Kleidung tragen – so sind Zecken leichter zu erkennen
  • Lange Hosen in die Socken stecken, besonders beim Wandern durch hohes Gras
  • Repellents mit DEET oder Icaridin auf unbedeckter Haut auftragen
  • Nach jedem Aufenthalt im Grünen den Körper gründlich absuchen – besonders Kniekehlen, Achseln, Kopfhaut und Leistenbereich
  • Kleidung und Ausrüstung nach dem Aufenthalt im Freien kontrollieren

FSME-Impfung – für wen sie sinnvoll ist

Die STIKO empfiehlt die FSME-Impfung allen Menschen, die in Risikogebieten leben oder sich dort häufig im Freien aufhalten, etwa bei der Gartenarbeit, beim Wandern oder aus beruflichen Gründen. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfungen, danach sind je nach Alter und Präparat Auffrischungen im Abstand von mehreren Jahren nötig. Wichtig: Eine FSME-Impfung schützt nicht vor Borreliose – hier bleibt die sorgfältige Körperkontrolle nach jedem Aufenthalt im Grünen der wichtigste Schutz.

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